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Der Countdown läuft, drei Wochen noch, dann wird Ingo Anderbrügge (Foto rechts) sein Amt in Burghausen, seinen Trainerjob beim SV Wacker antreten. Die neuen Strukturen wachsen, am Samstag wurde mit Markus Kranz (Foto links) als Co-Trainer und Peter Assion als Leiter des Spielbetriebs die sportliche Leitung komplettiert, mit Fatmir Pupalovic ein weiterer Neuzugang vorgestellt. Schon ist Anderbrügge voller Vorfreude, die Mosaiksteinchen, aus denen bald eine neue, schlagkräftige Regionalliga-Truppe geformt werden soll, fügen sich immer besser zusammen. Noch aber steht nicht alles, weswegen sich Anderbrügge bei seiner ersten Pressekonferenz in Burghausen recht vorsichtig gab: „Der Verein muss sich neu sortieren, ich bin froh, dass er ein realistisches Ziel setzt. Die Qualifikation für die 3. Liga scheint mir machbar, als Trainer will ich natürlich versuchen, so erfolgreich wie möglich zu sein.“ www.fussball.sv-wacker.de
Anderbrügge, als Fußballer groß geworden bei Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04, zeigt sich aber recht angetan von Burghausen, der Region und vor allem von den Rahmenbedingungen. „Das Stadion und die ganze Sportanlage ist fantastisch, mit der Sporthalle, dem Kraftraum und dem Kunstrasen haben wir tolle Vorauss etzungen, die Bedingungen haben sich in fünf Jahren 2. Liga glänzend entwickelt.“ Hier will er arbeiten, anpacken, Erfolge feiern, peu á peu, sagt er, wächst die Mannschaft. Gemeinsam mit Hans-Peter Bortner, dem früheren Fußball-Abteilungsleiter, hat er in den letzten beiden Wochen am Kader gebastelt. „Wir sind fleißig gewesen“, betont er und erzählt, dass man noch mit „einigen erfahreneren Spielern“ im Gespräch sei. Anderbrügge will den Weg des SV Wacker mitgehen, vor allem auf die jungen, hungrigen Spieler aus der Region setzen. „Aber wir brauchen auch eine gute Mischung.“ Seine vordingliche Aufgabe sieht er jetzt vor allem darin, den Spielern, die Freude am Fußball zurückzugeben: „Als Absteiger hatten sie ja nicht so tolle Erlebnisse.“ Anderbrügge will basierend auf einer sicheren Abwehr „schnell nach vorne spielen“ lassen, „ich war ja Offensivspieler, mir ist ein 7:6 lieber als ein 1:0. Aber das Problem in der abgelaufenen Saison waren die vielen Gegentore, da muss man mehr Stabilität reinbringen.“ Sich selbst sieht Anderbrügge „geprägt von Huub Stevens“, unter dem er mit Schalke die größten Erfolge, so den Sieg im UEFA-Cup, feierte. „Zuvor habe ich unter Jörg Berger trainiert, aus einer Kombination dieser beiden möchte ich meine eigene Handschrift finden. Genaue Beobachter werden sicher in meinem Training viele Elemente finden, die Stevens auch in Hamburg einsetzt. Natürlich werde ich mit Viererkette spielen, die genaue taktische Formation aber hängt von den Spielern ab, die mir zur Verfügung stehen.“ Da ist zunächst noch Hans-Peter Bortner gefordert, der nach Fred Arbingers Absage kurzfristig eingesprungen ist. Bortner hat, auch in engem Kontakt mit Kurt Gaugler, die Gespräche mit Spielern und Beratern geführt, nun ist er überzeugt, dass „wir mit einem guten Kader ein gewichtiges Wort in der Regionalliga mitreden werden.“ In den nächsten Wochen wird er sich wieder etwas zurückziehen, die Arbeit an Peter Assion übergeben, ihm aber auch helfen beim Einstieg. Assion, 47, war Zweitligaspieler bei Ulm 1846, später Trainer in Bregenz, Ulm und Salzburg, dort war er auch bis zum Einstieg von Red Bull als Sportchef tätig. „Assion hat genauso wie unser künftiger Co-Trainer Markus Kranz per Handschlag zugesagt, die Verträge aber müssen noch unterzeichnet werden“, erklärte Geschäftsführer Dr. Wolfgang Grellner. Markus Kranz ist ein Wunschkandidat von Anderbrügge. „Ich denke, wir werden ein gutes Team“, verspricht der Chef, der seinen Assistenten beim Trainerlehrgang für den A-Schein kennen gelernt, ihn später zeitweise an seiner Fußballschule beschäftigt und mit ihm gemeinsam Prominentenspiele bestritten hat. Seine fußballerisch erfolgreichste Zeit hatte Kranz, 37, beim 1. FC Kaiserslautern, mit dem er 1990 den DFB-Pokal und 1991 die Deutsche Meisterschaft gewonnen hat. Am 22. Juni werden Anderbrügge und Kranz den bis dahin hoffentlich kompletten Kader zum ersten Training bitten, „wir werden mehrere Spieler aus der eigenen Jugend in der Vorbereitung dabei haben und ihnen die Chance geben, sich für die Regionalliga zu empfehlen“, verspricht Anderbrügge. Von den älteren Spielern kennt er vor allem einen: „Mit Michael Wiesinger habe ich mich ja oft auf dem Platz bekriegt, er rechts, ich links. Er darf mich natürlich duzen, wer sich gegenseitig schon einen Beinschuss verpasst hat, darf das, so ist das im Fußball“, betonte der Chef. Für die anderen Spieler aber gilt das Sie.
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